3. Advent- Warum ich nicht zum Besprechen gegangen bin..
Predigt zum 3. Advent
am 11. Dezember 2011 in der St. Jürgen Kirche zu Grube zum Anhören bitte hier klicken
Warum ich nicht zum Besprechen gegangen bin!
Röm. 10,1-4 u. 9-13
Liebe Gemeinde!
Meine Krankheit und alles was damit zusammenhing hat mich veranlaßt über das Thema Besprechen nachzudenken und einmal darüber zu predigen.
Zunächst einmal möchte ich mich ganz herzlich bedanken bei ihnen und Euch für das große Verständnis, das Mitgefühl, die guten Wünsche und alle Gebete.
Vielen Dank!
Ich fühle mich besser und bin auf dem Weg der Genesung. Ich hoffe, bald wieder ganz arbeitsfähig zu sein.
Viele haben meine Frau angesprochen und gefragt, ob ich denn schon beim Besprechen gewesen bin und selbst ich wurde daraufhin angesprochen. Jemand fragte meine Frau auf der Straße: „War ihr Mann denn schon beim Besprechen, das hilft doch so gut?“ Meine Frau antwortete: „Nein, wir sind doch Christen und können doch beten.“ „Ach, das hilft auch?“ war die verdutzte Antwort.
Ja Beten hilft und hat mir geholfen. Ich wurde nicht sofort gesund, wie eine Frau, für die wir hier im Gottesdienst, vor einiger Zeit, gebetet haben, die auch Gürtelrose hatte. Sie hatte bei mir angerufen und gefragt, ob sie zum Besprechen gehen könnte. Ich hatte ihr abgeraten und sie eingeladen in den Gottesdienst zu kommen und das wir dort für sie beten. Sie kam. Wir beteten nach dem Abendmahl für sie und am anderen Tag rief sie an, daß es ihr gut geht!
Beten hilft!
In dem was ich in den letzten Wochen gehört und erlebt habe sehe ich, daß für viele, bzw. die meisten es keinen Unterschied macht , ob ich zum Besprechen gehe oder bete, denn beim Besprechen wird doch häufig auch gebetet und der Name Gottes angerufen.
Ich möchte an dieser Stelle betonen, daß ich empfinde, daß wohl alle, die mir geraten haben zum Besprechen zu gehen es wirklich gut mit mir gemeint haben und mir helfen wollten aber sie haben nicht gewußt was hinter dem Besprechen steckt.
Ich sehe auch, daß wohl etliche, die Besprechen nicht wissen was sie tun und im besten Glauben Menschen helfen wollen in der Meinung sie haben ihre Gabe von Gott!
Aber zunächst einmal Unterschiede zwischen dem christlichen Gebet und dem Besprechen:
- Beten kann jeder. Besprechen kann nicht jeder.
- Christliches Gebet ist nicht abhängig von Formeln. Natürlich gibt es auch formulierte Gebete, wie z.B. das Vater unser, sie sind aber nicht geheim sondern für jedermann zugänglich. Der Besprecher muß bestimmte Sätze, Formeln, Sprüche kennen, die er aber geheim halten muß. Er darf sie auf keinen Fall weitersagen. – Warum eigentlich nicht? Könnte es sein, daß er dann seine Kraft verliert oder, daß ihm dann Böses geschieht?
- Jedes christliche Gebet kann laut und deutlich vor jedermann gesprochen werden.
Der Besprecher muß die Formel, den Spruch murmeln. Der Patient oder ein anderer darf ihn nicht hören.
- Jesus hat geheilt und nicht besprochen!
- Es gibt die Gabe der Heilung in der christlichen Gemeinde. Das was der, der diese Gabe hat macht, geschieht aber alles ohne irgendwelche Geheimnisse, ohne bestimmte Formeln und kann offen ausgesprochen werden. Er bekommt die Gabe von Gott und nicht durch irgendwelche Menschen.
Der große Unterschied also vom Besprechen und dem christlichen Gebet ist, daß beim Besprechen Dinge geheim, verborgen bleiben während im christlichen Gebet alles offen, klar und deutlich ausgesprochen werden kann.
Jeder Bäcker muß offenlegen, was in seinem Brot verbacken ist.
Jeder Arzt muß akribisch nachweisen, wie er seine Patienten behandelt hat, wenn Anfragen da sind und jeder Pharmakonzern muß genauestens angeben, was in seinem Medikament verarbeitet ist. Nur beim Besprechen ist es den Menschen egal, was denn geholfen hat. Hauptsache es hilft.
Wir wissen, daß es Gott gibt und daß es eine Böse Macht gibt, wir nennen sie auch den Teufel. Das Fatale ist, daß wir der Meinung sind, daß diese böse Macht niemals die körperliche Gesundheit des Menschen fördern würde. Alles was uns körperlich gesund macht kann doch deshalb nur von Gott kommen, der guten Macht in diesem Universum.
Die böse Macht, der Teufel ist ein Künstler in der Täuschung und der Lüge. Er lügt und betrügt wo er kann, so auch mit dem Besprechen. Die, die es praktizieren, meinen es ist von Gott und die, die sich besprechen lassen, glauben auch, daß es etwas Gutes sein muß, denn es hilft ja.
So habe ich es erlebt in diesen Tagen mit jemanden der Bespricht, - sehr gläubig. Gläubig an Gott.
Gottgläubigkeit ist aber nicht der Glaube von uns Christen, Gottgläubig sind die Menschen aller Religionen, da ist kein Unterschied.
Im christlichen Glauben geht es um Jesus Christus. Ein Christ folgt Jesus Christus nach. Jesus ist sein Herr. Er bestimmt über sein Leben.
Die Person mit der ich gesprochen habe konnte das nicht sagen. Sie war sich aber auch dessen nicht bewußt, daß es nötig ist Jesus Christus als Herrn zu akzeptieren um als Christ leben zu können.
Ich sehe, daß es vielen so geht. Es wird Gottgläubigkeit verwechselt mit dem Glauben eines Christenmenschen.
Die Juden an die Paulus schreibt waren auch gottgläubig. Ja er bescheinigt ihnen, daß sie mit Ernst Gott dienen wollen, aber sie wollen Jesus nicht. (Röm. 10,2) „ Denn ich bezeuge ihnen, daß sie Eifer für Gott haben, aber ohne Einsicht.“
Unsere Tochter Kirstin übte in Berlin mit einer Klasse ein Krippenspiel ein. Das Mädchen, das die Maria spielen sollte, hatte wohl noch nie die Weihnachtsgeschichte gehört und brachte als Jesus eine Puppe mit knallroten Haaren mit. Sie fragte unsere Tochter, muß das Kind denn unbedingt Jesus heißen, kann es nicht einen anderen Namen haben?
Ja, muß es unbedingt Jesus sein? – Es genügt nicht, nur an Gott zu glauben!
Petrus bezeugt vor dem Hohen Rat(Apg. 4,12) „In keinem anderem ist das Heil, auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.“
Der Teufel ist ein großer Betrüger, ein Lügner, der mit allen Mitteln versucht unsere Rettung durch Jesus Christus zu verhindern und dafür sind ihm alle Mittel recht, dafür heilt er auch unseren Körper.
Lesen sie einmal das Buch Hiob. Der Teufel versuch Hiob, mit Erlaubnis Gottes dazu zu bringen sich von Gott loszusagen. Er plagt ihn so sehr, daß selbst die Frau Hiobs rät, sag dich doch endlich los von Gott, damit du Frieden bekommst, Hauptsache, du brauchst nicht mehr leiden.
Hauptsache gesund, daß ist doch das Wichtigste, auch egal wie!
Niemand behauptet, daß das beim Besprechen verlangt wird, nein, der Besprecher glaubt an Gott und der Besprochene muß auch glauben, damit es hilft.
Es wird aber nicht auf Gottes Hilfe gewartet noch er um Hilfe gebeten sondern dämonische Kräfte.
Selbst Jesus wurde versucht als er in der Wüste Hunger und Durst litt. Der Teufel versprach ihm sofort Hilfe, aber Jesus ließ sich nicht darauf ein.
Ich glaube, daß er versucht war den Weg des Leidens nicht zu gehen. Sein Gebet im Garten Gezemane zeigt dies. Es wäre doch viel leichter gewesen, wenn er weggelaufen wäre und hätte Gott nicht einen anderen Weg finden können um uns Menschen zu retten? - Es gibt sogar, sogenannte Theologen, die behaupten, daß ein Gott der Liebe es nicht nötig hat seinen Sohn so elendiglich sterben zu lassen.
Nein, Jesus mußte diesen Weg gehen, nur durch sein Leiden und Sterben hat er uns befreit von allem, was uns den Tod bringen möchte.
Bei Jesus findet Vergebung ein jeder, egal was er gemacht hat, egal ob wir uns haben besprechen lassen oder besprochen haben, beides ist Sünde und trennt uns von Gott.
Solange wir dies aber nicht als Sünde bekennen und um Vergebung bitten wird es uns hindern selig zu werden.
Darum bitte Gott um Vergebung! Am besten mit jemandem zusammen!
Jesus ist eindeutig und klar in seinen Aussagen. In Mat. 18,8-9 sagt er:
„8 Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dich zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, daß du lahm oder verkrüppelt zum Leben eingehst, als daß du zwei Hände oder zwei Füße hast und wirst in das ewige Feuer geworfen.
9 Und wenn dich dein Auge zum Abfall verführt, reiß es aus und wirf's von dir. Es ist besser für dich, daß du einäugig zum Leben eingehst, als daß du zwei Augen hast und wirst in das höllische Feuer geworfen.“
Lieber mit Schmerzen sterben und selig werden, als die Hilfe des Teufels erbitten!
Darum bin ich auch nicht zum Besprechen gegangen. Gott hat mir geholfen die Schmerzen auszuhalten!
Vor Gott werden wir nur bestehen können, wenn Jesus Christus unser Herr ist. Dies ist er, wenn wir uns mit unserem Leben anvertrauen.
„Herr Jesus, sei mein Herr, übernimm du die Herrschaft in meinem Leben.“
Dann kann ich auch bekennen, ja Jesus ist mein Herr!
Das meint Paulus auch hier im Predigttext V9:
„9 Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, daß Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, daß ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.
10 Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet.
11 Denn die Schrift spricht (Jesaja 28,16): »Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.«
12 Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen.
13 Denn »wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden« (Joel 3,5).
Weil Jesus mein Herr ist, brauch ich nicht zum Besprechen gehen und kann ich nicht zum Besprechen gehen!