Best Drupal HostingBest Joomla HostingBest Wordpress Hosting

Festgottesdienst im Schweriner Dom - Landesbischof Ulrich wirbt für «diakonische Kirche» - Auch Merkel gratulierte

Schwerin (epd). Mit einem Festgottesdienst im Schweriner Dom ist am Sonntag (25. August) Gerhard Ulrich (62) als erster Landesbischof der evangelischen Nordkirche ins Amt eingeführt worden.

750 Gäste aus Politik, Gesellschaft und Kirche nahmen an dem Ereignis teil, das auch im Fernsehen und bei strahlendem Sonnenschein per Videoleinwand auf den Markt vor der großen Backsteinkirche übertragen wurde. Im Dom wurden auch die Mitglieder der ersten Kirchenleitung eingeführt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte dem neuen Landesbischof in einem persönlichen Schreiben. Sie hob Ulrichs «integrative Fähigkeiten und reichen Erfahrungen» hervor. Damit bringe er «die besten Voraussetzungen mit, das weitere Zusammenwachsen der drei früheren Landeskirchen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern mit ihren vielfältigen Traditionen verantwortungsvoll zu leiten», schrieb sie.

Der stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Jochen Bohl (Sachsen), bezeichnete es als «eine große und anspruchsvolle Aufgabe», die am Pfingstfest 2012 aus drei Landeskirchen gebildete Nordkirche zu leiten. Dabei werde Ulrich getragen von dem großen Vertrauen, das er sich in seiner bisherigen Amtszeit und insbesondere im Prozess der Gründung der Nordkirche erworben habe, sagte Bohl.

Der Präsident des Lutherischen Weltbundes, Mounib Younan, äußerte die Hoffnung, dass Bischof Ulrich «seine ganzheitliche Mission in Deutschland und der Welt stärken wird». Er wünsche sich, dass Ulrich «eine starke, prophetische Stimme für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt sein wird». Ins Amt eingeführt wurde Ulrich von der Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann. Andreas Tietze, Präses der Nordkirchensynode, verlas die Berufungsurkunde.

Landesbischof Ulrich warb in seiner Predigt für eine «dienende, diakonische Kirche». Die Nordkirche wolle die Menschen im Blick haben, die auf Hilfe angewiesen sind. Dazu gehöre, dass Menschen von ihrer Arbeit leben können und ein Dach über dem Kopf haben, das sie auch bezahlen können. Dazu gehöre auch, Flüchtlinge aufzunehmen und menschlich zu behandeln. «Die Würde des Menschen hat einen höheren Stellenwert als reines Profitinteresse oder das angebliche Sicherheitsinteresse des Staates», sagte Ulrich.

Aus Mecklenburg-Vorpommern waren Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) und Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) gekommen. Hamburg und Schleswig-Holstein waren mit Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) und den Chefs der beiden Staatskanzleien Christoph Krupp und Stefan Studt (beide SPD) vertreten. Der Hamburger Erzbischof Werner Thissen überbrachte die Grüße der katholischen Kirche.

Nach dem Gottesdienst hatte die Nordkirche zu einem öffentlichen Empfang auf den festlich geschmückten Marktplatz eingeladen. Bis zu 1.200 Gäste konnten an 150 Tischen Platz nehmen. Bewirtet wurden sie von Pfadfindern aus dem Bereich der Nordkirche. Es gab Kartoffeln und Quark zum Essen, dazu noch Obstsalat und Bowle. Den Abendsegen sprachen um 20 Uhr die Hamburger Bischöfin Kirstin Fehrs und die zweite stellvertretende Präsidentin der Nordkirchen-Synode, Elke König.

Die Nordkirche entstand Pfingsten 2012 aus dem Zusammenschluss der ehemaligen Landeskirchen von Nordelbien, Mecklenburg und Pommern. Sie  hat rund 2,231 Millionen Mitglieder. Neben dem Landesbischof in Schwerin amtieren Bischöfin Kirsten Fehrs (Hamburg und Lübeck), Bischof Andreas von Maltzahn (Schwerin) und Bischof Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald). Im Sprengel Schleswig und Holstein werden die Amtsgeschäfte von Bischofsvertreter Gothart Magaard geführt.